Bücher im Januar 2010

March 10, 2010 at 7:14 am (Uncategorized) (, , , , )

Zugegebenermaßen habe ich in den vergangenen Tagen mehrfach überlegt, den Buchblog vorerst auf Eis zu legen – irgendwie konnte ich mich nicht aufraffen, auch nur ein paar Zeilen zu den Büchern aus dem Januar zu schreiben. Nachdem ich nun aber mal wieder die “Top Searches” des Blogs angeschaut habe und auf so faszinierende Ergebnisse wie “entführt gefesselt banane vagina” (…wtf.), “woran merke ich, dass mein kind eingekackt hat” (Protipp: Am Geruch), “frauenliteratur… mit sahnehäubchen” (… wtf²) und “der spannnendste und tollste abschnitt im ersten teil von twilight” (da war die Person von meinem blog-eintrag vermutlich eher enttäuscht.) gestoßen bin, wurde ich wieder ein bisschen motiviert. Alleine für diese gelegentlichen Schrägheiten lohnt es sich, den Blog weiterzuführen.

Dan Brown – Das verlorene Symbol
Dan Browns Bücher sind mir insofern in guter Erinnerung geblieben, als dass sie leicht verdauliche und zugleich unterhaltsame Kost sind; alles andere als hohe Literatur, aber dennoch angenehm zu lesen, mit interessanten Charakteren und vielerlei Informationen über Symbolik, die man – oder zumindest ich – nach spätestens einer Woche wieder vergessen hat, bis–! Ja, bis Tom Hanks mal wieder Robert Langdon spielt.
Frohen Mutes also habe ich mir auch sein neuestes Machwerk ausgeliehen und habe genau das bekommen, was ich erwartet habe: Ein kurzes Lesevergnügen und viele Infos über die Freimaurer, die ich jetzt – kaum acht Wochen später – schon wieder fast gänzlich vergessen habe.

Beim verlorenen Symbol handelt es sich um den dritten Band um den Symbologen Robert Langdon, der auch diesmal wieder von einem alten Freund – in diesem Falle ein Professor und Freimaurer namens Peter Solomon – um Hilfe gebeten wird. Angeblich soll Langdon eine Rede auf einer Konferenz halten – doch als er im Washingtoner Kapitol ankommt, wird dort lediglich die abgeschnittene Hand seines alten Freundes aufgefunden, die rätselhafterweise auf ein Gemälde zeigt. Bald stellt sich heraus: Der Anruf stammte nicht von Solomons Sekretär, sondern von einem mysteriösen Mann, der sich selbst Mal’akh nennt, Solomon entführt und es auf den Schatz der Freimaurer abgesehen hat. Um diesen sagenumwobenen Schatz zu finden, muss jedoch ein kompliziertes Rätsel gelöst werden – und wer würde sich dafür besser eignen als Professor Langdon…?

Es handelt sich bei diesem Buch wieder um die typische Art von Schnitzeljagd, die Brown seine Figur schon in den beiden vorherigen Bänden hat durchleben lassen – das Grundgerüst ist nicht neu, innovativ nennen kann man hier höchstens die Tatsache, dass die umfangreiche Geschichte auf über 700 Seiten nur zwölf Stunden umschließt. (Und auch das ist lediglich bei Brown “innovativ”, aber ganz sicherlich nichts Neues in der Literatur…)
Sieht man aber mal davon ab, dass Browns Bücher keine hohe Literatur sind – zum einen bezweifele ich, dass der Autor selbst sie als solche konzipiert und zum anderen kann ich nicht verstehen, wieso sich “Literaturexperten” immer so über seine Werke echauffieren -, hat er hier wieder eine in meinen Augen mitreißende Geschichte geschrieben. Zwar hat sie sich für meinen Geschmack ein wenig zu stark in die Länge gezogen angefühlt als die beiden Vorgänger, aber ich habe die Lektüre dennoch genossen, weil sie einfach SPAß gemacht und mir eine derart leichte Geschichte, die ich sogar beim Autofahren (natürlich als Beifahrer ;) ) rezipieren kann, neben dem schwer verdaulichen “Unendlicher Spaß” einfach gut getan hat.

Ich bin mir sicher: Wer die beiden Vorgänger mochte, dem ist “Das verlorene Symbol” uneingeschränkt zu empfehlen. Wer seriöse Informationen über Freimaurer, Symbolik oder schlicht ein Buch zum Mitdenken sucht – dem rate ich davon ab. Und wer sich über Browns Unterhaltungsliteratur aufregt, der soll bitte einfach mal den Stock aus seinem Popo ziehen. :)
(6 von 10)

David Foster Wallace – Unendlicher Spaß
Diesen Wälzer von etwa 1400 Seiten in extrem klein gedruckter Schrift plus ~200 Seiten Fußnoten (in noch kleinerer Schrift) habe ich im vergangenen September (nebst anderen Dingen) von boyfriend zum Uni-Abschluss geschenkt bekommen. Scherzeshalber habe ich es zwischendurch als “Unendliche Qual” bezeichnet und ehrlich gesagt habe ich teilweise auch sehr an dem Buch knabbern und ein bisschen triviale Literatur (siehe oben) zwischenschieben müssen – bereut habe ich die Lektüre aber keineswegs!

Die Geschichte von Unendlicher Spaß wiederzugeben, ist eigentlich unmöglich. Ich beschränke mich daher auf Folgendes: Im Mittelpunkt der Erzählung, die in einem alternativen, leicht in die Zukunft versetzten Amerika spielen (primär im sogenannten “Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche”), steht der junge Hal. Er ist nicht nur hinsichtlich seiner Intelligenz hochbegabt, sondern zugleich ein talentierter Tennisspieler. Er geht auf eine Akademie, die von seinem Vater gegründet wurde – doch sein Vater (der Suizid begangen hat, indem er seinen Kopf in die Mikrowelle steckte) war außerdem noch ein Indie-Filmemacher, der unter anderem einen Film namens “Unendlicher Spaß” geschaffen hat. Wer auch immer diese “Patrone” anschaut, wird allerdings verrückt.
Ein Großteil der Handlung spielt außerdem in einer Psychiatrie/Entzugsanstalt (so glaube ich zumindest), in der die zahlreichen (teils perfiden, teils einfach nur bizarren) Schicksale unterschiedlicher Charaktere – Junkies, Alkoholiker, psychisch Kranke – aufgearbeitet werden. Zudem sieht sich die O.N.A.N. (ein Zusammenschluss der nordamerikanischen Staaten) einer Gefahr gegenüber: der A.F.R., rollstuhlfahrenden Terroristen.

Das mag nun nicht viel Sinn ergeben und ehrlich gesagt tut es das auch bei der Lektüre nicht immer.
Im Mittelpunkt stehen aber fast immer die Drogen, deren Zusammensetzung und Wirkung mit akribischer Ausführlichkeit im Anhang erklärt werden; scheinbar jeder in Wallaces’ Welt scheint ein Drogenproblem zu haben, angefangen bei den jungen Schülern der Tennisakademie bis hin zu deren Leitern und natürlich den Figuren, die in der Entzugsanstalt gelandet sind. Das Ganze ist äußerst fragmentarisch aufgebaut und alles andere als chronologisch; mal sind wir im Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche, mal im Jahr des Whoppers oder der Dove-Probepackung – denn die Jahreszahlen werden als Werbeplätze an Firmen verkauft!
Auffällig für mich: Kein einziger der Charaktere ist sympathisch, sie sind fast alle ohne Ausnahme furchtbare, gebrochene oder einfach schlicht unsympathische Menschen, mit denen man höchstens Mitleid, aber (in meinem Fall) kaum Empathie empfinden kann. Ich gehe davon aus, dass Wallace absichtlich auf Identifikationspotential verzichtet hat – die Geschichte ist so oder so schon sehr dunkel, aber ohne Sympathiefiguren ist sie ausschließlich negativ, eine zynische Dystopie, die doch so sehr nicht von unserer Welt abweicht. (Mehrfach musste ich hier auch an Orwells 1984 denken.)

Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist der Schreibstil, der mir unheimlich gut gefallen hat. Die meisten Passagen bestehen aus opulenten, eindrucksvollen und vor allem extrem langen Sätzen, dann wechselt es in eine klare Sprache mit kurzen Sätzen, nur um anschließend im schlimmsten Slang mit zahlreichen, Augenkrebs verursachenden Rechtschreibfehlern und ohne Satzzeichen zu münden. Beim Lesen habe ich mehrfach an den armen Übersetzer gedacht, der – in meinen Augen zurecht – einen Literaturpreis für die mehrere Jahre in Anspruch nehmende deutsche Fassung gebraucht hat. Nichtsdestotrotz: Der Schreibstil war insgesamt sehr erfrischend und zuweilen voll innnovativem, sarkastischen Sprachwitz.

Es fällt mir wirklich schwer, umschreibende Worte für dieses Werk zu finden, die ihm gerecht werden. Und deswegen belasse ich es jetzt lieber dabei.

Ich habe das Buch meistens abends gelesen, aber ich kann jedem, der sich diesem Buch stellen möchte, nur davon abraten, es als gemütliche Kurz-vor-dem-Einschlafen-Lektüre zu nutzen. Um Unendlicher Spaß wirklich zu genießen, sollte man sich ein wenig Konzentration bewahren – dann wird man mit einem experimentellen Ausnahmewerk belohnt.
Wer nur um des Unterhaltens Willen lesen möchte – und das meine ich nicht herabwürdigend! – dem rate ich dringend von Wallaces Werk ab.
(8 von 10 – auch, wenn eine Bewertung hier kaum möglich scheint…)

Nick Hornby – Juliet, Naked
Im Dezember hat die Herborner Bücherei einen Haufen an Neuerwerbungen eingestellt – dazu gehört ebenfalls das zuletzt veröffentlichte Buch von Nick Hornby, auf das ich bereits vor einiger Zeit im Buchladen ein Auge geworfen hatte. Aufgrund finanzieller Engpässe habe ich mich überwunden und zum bisher ersten – und ich nehme es gleich vorweg: sicherlich auch zum letzten – mal Hornby auf Deutsch gelesen.

Am Anfang lernen wir das Pärchen Annie und Duncan kennen; die beiden leben in einem kleinen Kaff in England und sind eigentlich nur noch aus Bequemlichkeitsgründen ein Paar – richtige Liebe scheint es zwischen den beiden nie gegeben zu haben und man muss sich als Leser stets fragen: Was hält die beiden zusammen? Duncan ist ein riesiger Fan des singer-songwriters Tucker Crowe, der seine einzig kommerziell erfolgreiche Platte – “Juliet” – vor mehr als zehn Jahren veröffentlicht hat und um den sich seit seinem Verschwinden aus der Öffentlichkeit mysteriöse Geschichten ranken, tagtäglich diskutiert auf Duncans Website von der handvoll übrig gebliebenen Fans. Annie findet die Musik ganz okay, ist aber bei weitem nicht so gefesselt von Crowe wie ihr Freund. Als sie eines Tages durch Zufall in der Post eine alte Einspielung des Albums – genannt “Juliet, Naked” – findet, kann sie in ihr nichts Besonderes sehen. Duncan jedoch betrachtet sie als musikalische Offenbahrung. Parallel stellen die beiden ihre Rezensionen ins Internet; während Duncan nur eine Diskussion unter Fans anzettelt, erhält Annie jedoch kurz darauf eine Mail von Crowe selbst. Nachdem sie sich davon hat überzeugen lassen, dass er es tatsächlich ist, kommen die beiden sich langsam per E-Mail immer näher – ohne, dass Duncan etwas davon erfährt…

Eine Geschichte über verkorkste Beziehungen und Musik – wow, wenn das mal nicht was GANZ Neues bei Hornby ist…
Genug der Häme: Ich lese Geschichten dieser Art gelegentlich sehr gerne, besonders von Herrn Hornby. :) Mir gefällt nach wie vor, dass es nur selten “klassische” Happy Ends für seine Figuren gibt, sondern das ganze recht unspektakulär, realistisch und am Ende offen für den Leser verbleibt, der sich sein persönliches Lieblingsszenario für die Charaktere ausmalen kann. (Und, ja: Obwohl hier ein “Fan” auf seinen Star trifft, halte ich das ganze dennoch für realistisch. ;) )

Wie Hornby in seinem Werk die Musik-Fanatiker dieser Welt bloß stellt, ist ein wahrer Genuss – besonders für all diejenigen, die bereits Erfahrungen mit fanatischen Anbetern von Musikern, anderen Stars oder gar fiktiven Figuren sammeln konnten. Das sinnentleerte Hineininterpretieren in Songtexte, Aussagen und Handlungen von Crow wird dadurch, dass mehrere Teile der Geschichte aus dessen Sicht erzählt werden, als ebendies entlarvt: Sinnlosigkeit.

Aber auch die Liebe zum Detail, die Hornby in die Geschichte gesteckt hat, ist bemerkenswert: So hat er eine komplette Biographie von Tucker Crowe erschaffen, ausgeschmückt mit einem Wikipedia-Eintrag (auch der ist im Vergleich zum “tatsächlichen” Lebenslauf Crowes extrem komisch und sicherlich zugleich eine Kritik an alle Wiki-Zitierer…), einer Diskographie mit so ziemlich allen veröffentlichten Songs, Ausschnitten aus Songtexten, etc.

Nachdem ich von den beiden zuvor gelesenen Hornby-Romanen eher enttäuscht war (sofern das überhaupt möglich ist – ein “schlechter” Hornby ist immer noch besser als vieles, vieles andere…), hat mir Juliet, Naked wieder sehr gut gefallen. Ich freue mich auf das nächste Werk.
(Freuen würde ich mich allerdings besonders, wenn es vielleicht mal ausnahmsweise nicht von verkorsten Liebesgeschichten handeln würde…)

Noch etwas zur deutschen Umsetzung: Ich habe wirklich versucht, unvoreingenommen an die Übersetzung zu gehen. Weitestgehend hat das auch funktioniert und weitestgehend ist die Übersetzung (in meinen Augen) auch in Ordnung. Auffällig wiederum fand ich den Haufen (und es war wirklich ein Haufen) von Tippfehlern im Buch. Bezahlt der KiWi-Verlag seine Lektoren vielleicht nicht gut genug? Reicht dort ein einmaliges “Drüberlesen”, bevor man das Werk in Druck gibt? Es handelte sich dabei nicht einmal um die erste Auflage – wie derart viele Schusseleien das überleben konnten, verwundert mich. Aber nun gut – vielleicht geht es den meisten Lesern wie mir und sie ärgern sich zwar über solcherlei Unaufmerksamkeit, aber sind wiederum zu faul, den Verlag auf diese Fehler hinzuweisen.
Unabhängig von den Tippfehlern war die Umsetzung wie gesagt okay, aber in weiten Teilen klang der Stil einfach sehr unbeholfen – als habe man einfach nicht gewusst, wie man diese oder jene Formulierung möglichst akkurat und zugleich wohlklingend ins Deutsche übersetzen kann. Das wundert mich bei Hornbys Schreibstil nicht – und das ist zugleich Grund genug für mich, seine folgenden Werke nur noch im Original zu lesen.
(7.5 von 10)

Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels
Dieses Buch habe ich schon seit längerem in den Buchläden beäugt, hielt es aber ob des Klappentextes für ein bisschen zu philosophisch, um mich zu unterhalten. Als mir jedoch mal wieder nach philosphischer Literatur war, habe ich mir “Die Eleganz des Igels” aus der Herborner Stadtbib geholt und wurde mit einer Geschichte, die sich schlicht mit “schön” beschreiben lässt, belohnt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sichtweise von zwei Personen: Zum einen die 54jährige Renée, die seit Jahren als Concierge in einem französischen Mehrfamilienhaus arbeitet; sie ist jedoch keine gewöhnliche Concierge, sondern überaus gebildet – doch versteckt sie ihr Wissen vor den Bewohnern des Hauses, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Zum anderen lesen wir die Tagebucheinträge des 12jährigen Wunderkindes Paloma, die mit ihrer Familie im gleichen Haus lebt und die sich fest vorgenommen hat, sich an ihrem 13. Geburtstag umzubringen. Die Beiden verbindet mehr als nur die Faszination für Japan (und den neuen japanischen Bewohner des Hauses) – durch einen Zufall lernen sie sich näher kennen und Paloma kommt hinter Renées Geheimnis. Zwischen den beiden gesellschaftlichen Außenseitern entsteht eine tiefe Freundschaft…

Zunächst muss ich loswerden, dass ich total überrascht war, als in einem der ersten Tagebucheinträge von Paloma Mangas und später sogar Hikaru no Go erwähnt wurden. Das war ein wtf-Moment für mich – aber das ist eigentlich für meine Bewertung total irrelevant. :)

Die Geschichte der beiden hat mich in seinen traurigsten Momenten – so z.B. als wir mehr über Renées Vergangenheit erfahren und aus welchem Grund sie ihre Intelligenz und ihr Wissen verschweigt – sehr berührt und in seinen sarkastischen, beinahe satirischen Momenten – die Überzeichnung der reichen Bewohner des Hauses – zum schmunzeln gebracht. Die beiden Protagonistinnen sind sehr sympathisch gestrickt und man empfindet nach kurzer Fremdelei am Anfang sehr schnell Empathie. (Zumindest mir erging es so.) Umso mehr hat mich das Ende des Buches getroffen und noch eine Weile nachgewirkt…

Was mir gelegentlich ein bisschen sauer aufgestoßen ist, waren die philosophischen Ausführungen. Teils waren sie überaus interessant zu lesen, an anderen Stellen kam es mir eher so vor, als würde die Autorin ihr studiertes Wissen ausbreiten, um möglichst intellektuell zu wirken. (So habe ich bei der Recherche dann auch später gelesen, dass Barbery Philosophie studiert hat – das wundert mich kaum.) Nun, da hätte sie ihr Wissen m. E. auch etwas dezenter in die Geschichte einbauen können. Gerade das ist etwas, was mich häufig bei sogenannter “philosophischer” Literatur stört – sie ist so plump in die Erzählungen verwoben, dass ich es beim Lesen eher störend empfinde. Hier möchte ich kurz Murakami als positives Gegenbeispiel anführen; er verwebt philosophische Ansätze sehr geschickt – vielleicht sogar unbewusst? – in seine Geschichten, sodass es auf mich niemals aufdringlich gewirkt hat.

Nichtsdestotrotz war die Geschichte sehr schön, sie hat mich gut unterhalten, Gefühle geweckt und noch ein wenig beschäftigt, nachdem ich es zugeschlagen habe. Ob ich weitere Bücher von Barbery lesen werde, weiß ich noch nicht – aber dieses wird mir mit Sicherheit positiv im Gedächtnis bleiben.
(8 von 10)

Terry Pratchett – Maurice, der Kater
Dieses kleine Buch habe ich von der lieben Tordis zu Weihnachten geschenkt bekommen. Terry Pratchett + ein Kater als Hauptfigur = das kann doch nur gut gehen, oder? Genau so ist es!

Durch die Müllabfälle der Unsichtbaren Universität, die sich Protagonist Maurice sowie eine Horde Ratten einverleibt haben, sind die Tiere plötzlich intelligent geworden und haben ein Bewusstsein entwickelt – zudem beherrschen sie nun die menschliche Sprache. Weil Maurice nicht nur klüger, sondern auch ziemlich geldgeil geworden ist, hat er sich mit den Ratten (und einem vermeintlich dummen jungen Rattenfänger) zusammen geschlossen: Die Ratten terrorisieren für eine Weile ein auserwähltes Dorf und kurz darauf tauchen Maurice und der Junge auf, um sie von der Rattenplage zu befreien – natürlich nicht unentgeltlich. Doch eines Tages gelangen Maurice und Co. in ein Dorf, in dem es zwar keine Ratten, dafür aber eine Horde an Rattenfängern gibt…

Kurz und knapp: Maurice ist ein tolles Buch!
Maurice selbst ist – wie soll es bei einem Kater auch anders sein? – ein wundervoller Protagonist, der mich mit seinen sarkastischen Kommentaren immer wieder begeistern konnte. Dass die Ratten sich selbst Namen gegeben haben, entsprechend der Bezeichnungen auf Dosenabfällen, die sie gelesen haben, hat mich immer wieder königlich amüsiert; so gab es beispielsweise Gekochter Schinken, Gefährliche Bohnen, Pfirsiche, Nahrhaft, etc. Dass der Junge sich im nachhinein als gar nicht so dumm wie erwartet herausstellt, empfand ich auch als schöne Wendung.

Die Geschichte selbst wird auf dem Buchcover als “Märchen” bezeichnet und natürlich bleibt es aus diesem Grund nicht aus, dass es zahlreiche direkte und indirekte Anspielungen auf altbekannte Märchen gibt. Das alles wurde sehr schön in die Geschichte verwoben. (DAS ist der Unterschied zwischen Intertextualität und copy-paste, Frau Hegemann!)

Viel kann ich sonst eigentlich nicht mehr sagen. Ich bin kein Fan vom Genre Fantasy, aber Pratchett hat mich bisher mit keinem seiner Werke enttäuscht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen.

(Bizarrer Fakt am Rande: Vom “Rattenkönig” hatte ich zuvor noch nie gehört und um ehrlich zu sein hielt ich es auch für eine Erfindung Pratchetts; kurz nach der Lektüre wurde dieser Mythos jedoch auch in einer TV-Serie vor, die ich regelmäßig schaue… Zufall?!)
(8 von 10)

Außerdem gelesen:
Natsuki Takaya – Fruits Basket Vol. 21 (Manga)
Hiromu Arakawa – Fullmetal Alchemist Vol. 16 (Manga)
Ai Yazawa – Nana Vol. 21 (Manga)

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