Bücher im September – Part III

October 25, 2009 at 12:00 pm (Uncategorized) (, , )

Nun, ich gestehe, das mit “Anfang nächster Woche” war mal wieder ein Schuss in den Ofen. Nichtsdestotrotz ist noch immer Oktober, das heißt, ich liege in der Zeit.
(Und aus irgendeinem Grund hatte ich in der letzten Woche relativ viele Klicks – woran liegt das bloß? Gibt es tatsächlich noch Leute, die auf meine Einträge warten?)

Stephen King – In einer kleine Stadt
Dieses Buch habe ich bereits vor– ich glaube, sogar vor mehr als einem Jahr von einem lieben, ebenfalls Stephen King liebenden Kommilitonen geschenkt bekommen. Da es sehr, sehr umfangreich war und mich die ersten paar Seiten nicht wirklich angesprochen haben, lag es eine Weile unberührt auf meinem Nachttisch. Kurz vor dem Urlaub habe ich dann aber doch endlich angefangen, es zu lesen, und wurde tendenziell positiv überrascht.

Die Geschichte spielt tatsächlich “in einer kleinen Stadt”, namentlich Castle Rock, in der jeder jeden kennt, alle neu Hinzugezogenen böse Außenseiter sind und es zumeist auch sehr lange bleiben. Nicht jedoch Leland Gaunt, der einen Laden namens “Needful Things” (so übrigens der weitaus plausiblere Original-Titel des Buches) eröffnet und dort merkwürdige Raritäten anbietet. Für jeden Bewohner Castle Rocks gibt es den perfekten Gegenstand – zum Beispiel eine seltene, signierte Baseball-Karte, eine Sonnenbrille von Elvis Presley oder eine hübsche Blumenvase. Doch neben einem kleinen finanziellen Beitrag, der an den jeweiligen Käufer angepasst wird, müssen sie Gaunt auch einen Gefallen tun – sie sollen anderen Bewohnern kleine, vermeintlich harmlose Streiche spielen (z.B. Dreck auf die frisch gewaschenen Laken werfen oder den Hund mit einem Korkenzieher erstechen). Nach und nach geraten diese Streiche jedoch außer Kontrolle und bald herrscht – weil das bei Stephen King nunmal so ist – Mord und Totschlag in der kleinen Stadt…

Nachdem mich der Prolog des Buches eher irritiert als zum Weiterlesen motiviert hat, habe ich mich doch relativ schnell in die Geschichte reingelesen und auch bald einen Überblick über die zahlreichen Bewohner der kleinen Stadt gewonnen (wenn es auch später ab und zu noch zu kleinen Verwechslungen gekommen ist, weil es wirklich viele Charaktere waren…).
Insgesamt fand ich die Geschichte sogar sehr spannend, obwohl sie meines Erachtens nicht unbedingt das innovativste Werk Kings darstellt und die Protagonisten nicht so sympathisch waren wie z.B. die aus der Dunklen Turm Reihe oder anderen Büchern. Die Spannung und das Bedürfnis, den Ausgang der Geschichte zu erfahren, waren auch nie so groß, als dass ich mitten während des Lesens abbrechen und etwas anderes tun konnte. Kein gutes Zeichen.

Interessant fand ich die Anspielungen auf andere Werke Kings, die ebenfalls in Castle Rock gespielt haben. Im Buch selbst aufgefallen sind mir nur “Cujo” und “Stark – The Dark Half”, nachgelesen habe ich aber, dass auch “Dead Zone” erwähnt wurde. Metatextualität (oder ist das eher Intratextualität? Man merkt, ich gehe nicht mehr zur Uni…) dieser Art gefällt mir. :)

Insgesamt sicherlich ein Werk, dass man – sofern man gerne King liest – relativ uneingeschränkt empfehlen kann. Kritikpunkte: Die Geschichte hätte ein wenig kürzer, kompakter sein können und weniger Charaktere, auf die der Fokus gelegt wird, hätten auch nicht geschadet.
(6.5 von 10)

Kyoichi Katayama – Das Gewicht des Glücks
Nachdem mir der Manga (erschienen als “Cry Out For Love”), der auf diesem Roman basiert, sehr gut gefallen hat, habe ich recherchiert, ob auch die Literaturvorlage auf Deutsch erhältlich ist. Dies war der Fall und so habe ich mir das Buch spontan für den Urlaub zugelegt.

Die Geschichte entspricht ziemlich genau der Comic-Umsetzung: Sakutaro und Aki sind zwei Teenager, die seit Jahren in die gleiche Klasse gehen und sich zögerlich miteinander anfreunden. Es kommt, wie es kommen muss: Sie verlieben sich ineinander, werden ein Paar und verbringen einige glückliche Monate miteinander. Eines Tages muss Aki jedoch ins Krankenhaus und nachdem ihre Eltern ihr zunächst nicht die Wahrheit sagen wollen, erfährt sie schließlich, dass sie unter Leukämie leidet. Sakutaro will Akis Wunschtraum erfüllen und “entführt” sie aus dem Krankenhaus, um mit ihr nach Australien zu reisen. Als es ihr auf der Flucht immer schlechter geht, muss sie schließlich doch zurück ins Krankenhaus gebracht werden und erliegt letztlich ihrer Krankheit. Gemeinsam mit ihren Eltern reist Sakutaro nach Australien, um Akis Asche dort zu verstreuen.

Große Unterschiede gab es zwischen den beiden Versionen nicht – das Buch hat mir jedoch noch ein wenig besser gefallen, weil es einfach mehr über Sakutaros Gefühle verraten hat, als es im Manga möglich war. “Kitschig” waren beide Werke – aber in meinen Augen war es “guter” Kitsch; eine sehr schöne, emotionale Geschichte, die mich auch in Romanform wieder berührt hat.

Empfehlenswert, wenn man eine traurige Geschichte lesen und vielleicht sogar die eine oder andere Träne verdrücken möchte.
(7.5 von 10)

Maria Beaumont – Nullnummern
Dieses kleine Büchlein habe ich von boyfriends Mama geschenkt bekommen, als Geschenk zu meinem (perfekten, beneidenswert guten, überragenden) Uni-Abschluss; “damit du auch mal was Witziges lesen kannst!” Ehrlich gesagt hat mich der Klappentext zunächst eher abgeschreckt, da ich kein Freund von Frauenliteratur dieser Art bin. Gelesen habe ich es aber natürlich trotzdem. ;)

Dayna, Protagonistin dieser Geschichte, ist – wie (natürlich, haha.) alle Frauen – auf der Suche nach ihrem Mr. Right. Wie der Titel vermuten lässt, trifft sie aber immer nur auf “Nullnummern” – Männer, die auf den ersten Blick absolut perfekt wirken, die sich jedoch nach einigen Tagen oder sogar erst nach Monaten als totale Nieten herausstellen. So z.B. der erste Freund Simon, der sie eigentlich fast von Beginn ihrer Beziehung an betrogen hat, oder der Vegetarier Chris, der ihr schließlich doch zu sehr Gutmensch ist, oder aber der Neonazi Archie, dessen Gesinnung Dayna (auf fast schon perfide Art) viel zu spät entdeckt, der überreligiöse Mark, und und und.
Ich weiß schon nicht mehr, wie genau das passiert ist, aber plötzlich ist Dayna schwanger. Das erfährt der Leser aber eigentlich schon zu Beginn, denn als “Interlude” zwischen jedem Kapitel, das den unterschiedlichen “Nullnummern” gewidmet ist, wird erzählt, wie weit sich Daynas Vagina bereits geweitet hat, während sie im Krankenhaus liegt und kurz davor ist, zu werfen.
(An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich den Namen der Protagonistin bei Amazon nachlesen musste – großen Eindruck hat die Geschichte auf mich also nicht wirklich gemacht.)

Das Buch war nicht so schlecht, wie ich es erwartet habe. Es war seichte, teilweise sogar ziemlich witzige Unterhaltung und was den “Frauenliteratur”-Faktor angeht bei weitem nicht so furchtbar wie “PS: I Love You”, welches mir alle fünf Seiten ein genervtes Augenrollen entlockt hat. Dayna war als Protagonistin okay, auch wenn ich es fast schon bedenklich finde, wie spät sie die Gesinnung des Neonazi-Freundes herausgefunden hat – ich denke, hier sollte man eher von (gefährlicher) Verdrängung reden. Etwas gezwungen fand ich die Beschreibung ihres Freundes Chris, der sich schließlich als Chris Martin von Coldplay herausgestellt hat (uhuhuuu… so witzig. Nicht.); der überreligiöse Mark wiederum war amüsant.
Was mir ebenfalls eher missfallen hat, ist, dass sie am Ende doch mit dem ersten, betrügerischen Freund – der alles gevögelt hat, was nicht bei drei auf den Bäumen war – zusammen ist und sogar von ihm ein Kind bekommt. (Ups, Spoiler. Sorry.) Aber vielleicht bin ich nicht “Frau” genug, um das zu verstehen. :)
(5 von 10 – für den Amüsierfaktor.)

Das war’s für den September – ich habe es tatsächlich geschafft! Danke an alle, die noch immer mitlesen; Kommentieren und Diskutieren ist übrigens ausdrücklich erlaubt. ;)

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.